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Nesthocker

Mit 40 noch im Kinderzimmer

Kommt Michael nach Hause, dann steht das Essen schon auf dem Tisch. Mama Wilma hat gekocht – na klar, wie immer. So ist es eben bei Familien mit Kindern. Nur ist Michael Rosenbaum schon lange kein Kind mehr. Zweiundvierzig ist er mittlerweile, aber wohnt noch immer dort, wo er aufgewachsen ist: in seinem Kinderzimmer im Souterrain des Einfamilienhauses in Hodenhagen. Als sein Vater vor zwanzig Jahren starb, stand für Michael fest: er bleibt bei Mama Wilma.

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Und auch die findet das inzwischen richtig toll. „So bin ich genau im Bilde, was der Michael so treibt - und ich bin nicht so alleine.“ Ein weiterer Nebeneffekt: Michael muss keine Miete zahlen und kann das wenige Geld, das er als Kellner verdient, für sein Hobby ausgeben: Pferde.

Die Rosenbaums sind eine typische Nesthocker-Familie und kein Einzelfall. Seit den 80er Jahren ziehen Kinder immer später aus. Vor allem die Söhne: 14 Prozent wohnen selbst mit 30 noch zu Hause, bei den Töchtern sind es nur fünf Prozent. Lange Ausbildungszeiten spielen eine Rolle oder schlecht bezahlte Jobs. Da logiert man eben lieber weiter bei Mama, kostenneutral und sehr bequem.

Im niedersächsischen Bülkau hängt der Sohn am Papa. Heiko Kemme ist inzwischen 38 Jahre alt und kann sich durchaus vorstellen, auch die nächsten 30 Jahre im Elternhaus zu wohnen: „Warum sollte ich ausziehen? Mit Papa verstehe ich mich schließlich richtig gut und er kümmert sich auch um alles.“ Zurzeit sucht Papa Hannes sogar die passende Frau für seinen Sohn. Bislang zwar ohne Erfolg, aber er hat wieder Hoffnung. Vor einem Jahr ist der Nachbarin vom Hof gegenüber der Mann weggelaufen. Seitdem helfen die Kemmes ihr fast täglich beim Stall ausmisten oder Zäune flicken. Vielleicht wird sie ja mal die Schwiegertochter. Papa Kemme jedenfalls ist ganz angetan.

Einen ganz anderen Grund fürs Wohnen mit Muttern hat Anita Knapke. Ihre Mutter ist pflegebedürftig. Und sie in ein Heim zu geben, das käme für die 59-jährige Tochter nicht in Frage: „Meine Mutter war früher für mich da. Nun bin ich es ihr schuldig, dass ich sie nicht im Stich lasse.“ Vor und nach der Arbeit kümmert sich Anita Knapke um ihre Mutter. Kocht für sie, wäscht ab und redet mit ihr. „Wir sind zwei richtig gute Freundinnen geworden“, sagt sie.

Die Nesthocker - die Brüder Rosenbaum, Hannes Kemme und Anita Knapke. „Das Leben!“ erzählt drei Geschichten über Kinder, die sich nicht von ihren Eltern trennen mögen.

Buch und Regie: Steven Galling
Kamera: Ralf Biehler
Ton: Patrick Benze
Schnitt: Renate Ober
Mischung: Pierre Brand
Produzenten: Jens Fintelmann, Thomas Seekamp
Produktionsleitung: Eva-Maria Wittke (NDR), Hubert Marady
Redaktion: Barbara Denz
45 Min. NDR 2009

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