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Leben am Todesstreifen

Leben am Todesstreifen

40 Jahre deutsch-deutsche Grenze

Die innerdeutsche Grenze, ein bizarr-absurdes Bauwerk. Menschenverachtend, abweisend, kalt. Die Demarkationslinie sollte Menschen fernhalten vom Grenzübertritt - mit Signalzäunen, Lichtsperren, Hundelaufanlagen und Stolperdrähten: ein Todesstreifen, perfektioniert in vierzig Jahren DDR-Herrschaft. Dennoch gab es ein Leben an der Grenze, im Osten und im Westen, einen Alltag für die Bewohner der Sperrzone, für BGS-Beamte, NVA-Soldaten, Zivilisten mit Sonderrechten, Transitfahrende und Spione.

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Zu diesen Menschen an der Grenze gehörte Gastwirtstochter Emilie Hoffmann, die im Alter von vierzehn Jahren von den Amerikanern „befreit“ wurde und drei Monate später von den Russen noch einmal; die Grenzgängern half und deshalb mit ihren Eltern als „Ungeziefer“ nach Mecklenburg deportiert wurde.

Wolfgang Schlicht wollte für drei Jahre zu den NVA-Grenztruppen und blieb 25 Jahre, montierte fortan Minen und Selbstschussanlagen an und wieder ab.

Joachim Walther heiratete in die fünf Kilometer Sperrzone hinein und ging meist Sonntagnachmittags mit den Schwiegereltern an die Grenze, um der Westverwandtschaft zuzuwinken. Nur zweihundert Meter entfernt, auf Westseite, wohnte Elke Huhn, die die Ruhe und Abgeschiedenheit hier liebte. Auch wenn der elterliche Gasthof durch die Grenzziehung verloren ging.

Ihre Geschichten erzählt die Dokumentation, genau wie die von Jürgen Ritter, der vom Westen aus 40.000 Grenz-Fotos machte und so das Interesse der Stasi weckte. Trucker und Touristen kommen zu Wort und auch Bodo Müller. Zehn Jahre lang rannte der Segeln gegen die unsichtbare Mauer auf der Ostsee an, beantragte vergeblich Sondergenehmigungen und den Passierschein PM 18, nur um ein bisschen Segeln zu können. Am 21. August 1989 erhielt er schließlich als einziger Bürger in der DDR-Geschichte die Erlaubnis für eine Weltumsegelung und einen Reisepass, gültig für alle Länder...

Visuell aufwändig inszeniert NDR-Autor Steffen Schneider die letzten Überreste der Grenze, Makrokameras schweben über alten Originaldokumenten. Es sind vor allem die scheinbaren Nebensächlichkeiten, die Details, die ihn interessieren. So verschmelzen die zum Teil noch unveröffentlichten Archivbilder mit den Interviews zu einer turbulenten, tragisch-komischen Reise durch die Zeit. Und letztlich wird deutlich, dass dieses Bauwerk sich irgendwann selbst ad absurdum führen musste.

Buch und Regie: Steffen Schneider
Kamera: Lutz Hofmann Ton: Michael Scholl
Schnitt: Renate Ober
Recherche: Maike Haselmann
Musik: Uwe Haas, Hideaki Takahashi
Geräusche: Martin Langenbach Mischung: Thomas Knop 
Sprecher: Till Hagen
Produzenten: Jens Fintelmann, Thomas Seekamp
Produktionsleitung: Daniel Buresch (NDR), Hubert Marady
Redaktion: Florian Huber
45 Min. NDR 2004

Archive:
BStU, Berlin
Deutsch-Deutsches Museum Mödlareuth
Egbert Mader, Schlagsdorf
F.J. Schreiber, Rödermark
Filmarchiv der Bundeswehr, Sankt Augustin
P.A.R.C Verlag, Handewitt
Stiftung Aufarbeitung, Berlin

 

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