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Herr Pilipenko und sein U-Boot

Herr Pilipenko und sein U-Boot

Ein 90-minütiger Dokumentarfilm über die Kraft eines Lebenstraums

Auszeichnungen: "Best Documentary" beim Cleveland International Film Festival, Publikumspreis beim Yamagata Intl. Documentary Film Festival, Intermedia Globe Silver beim World Media Festival

Weitere Festival-Teilnahmen: Kiew (Eröffnungsfilm), im Wettbewerb von Edinburgh, Montreal, Taiwan, Lübeck, Triest, Göteborg, Philadelphia, Jerusalem
Nominierung Filmpreis Schleswig-Holstein

 

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„Das ist wie ein U-Boot in der Steppe“
Redewendung im Russischen, die Unmögliches beschreibt.

Wladimir Pilipenko hat in dreißigjähriger Tüftelarbeit ein U-Boot gebaut. Aus Schrottteilen - mitten in der ukrainischen Steppe. Und es funktioniert! Zumindest im örtlichen Dorfteich. Doch Pilipenko will mehr. Er will beweisen, dass man mit seinem U-Boot richtig abtauchen kann: Und zwar im Schwarzen Meer. Diese Tauchfahrt soll die Erfüllung seines Lebenstraums werden. Nach aufwändigen Tests und Vorbereitungen, bei denen sein ganzes Heimatdorf mitfiebert, bricht Herr Pilipenko endlich auf. 400 Kilometer Steppe und beschwerliche Bergketten müssen er und sein U-Boot auf dem altersschwachen Getreidetransporter hinter sich bringen. Bis an die Ufer der Krim, da wo der Meeresgrund steil auf über 1.000 Meter abfällt. Hier will sich Pilipenko mit seinem U-Boot der größten Herausforderung seines Lebens stellen.


Eigentlich war Pilipenko Kranführer auf einer Kolchose. Ein zurückhaltender, bodenständiger Mann. Von den anderen Bewohnern in dem winzigen Dorf Jevgenivka unterscheidet den 62-jährigen Familienvater nicht viel. Außer, dass er seinem Jugendtraum treu geblieben ist. Seit seiner Armeezeit bei der Marine hat ihn die Idee von seinem eigenen U-Boot nicht mehr losgelassen. Die Konstruktion hat er eigenständig „probiert und erahnt“, wie er sagt – ohne jegliche Ausbildung als Ingenieur. Seine einzige „Fachliteratur“ war ein Artikel in der sowjetischen Zeitschrift „Der Unterwassersportler“ aus dem Jahr 1970. Die notwendigen Einzelteile tauschte er gegen Gurken aus dem eigenen Garten oder führte dafür Reparaturen durch. Jedes Teil hat seine eigene Geschichte. Und wenn mal etwas nicht wie geplant zu bekommen war, hat Pilipenko die Konstruktion eben angepasst. Das sieht man dem fertigen U-Boot auch an. Assoziationen zum VW Käfer und zu einer fliegenden Untertasse drängen sich auf.


Das Dorf Jevgenivka liegt mitten in den Weiten der ukrainischen Steppe. Verständlich, dass Wladimir zu Zeiten des Sozialismus bei seinen Nachbarn als individualistischer Spinner galt. Seine Frau hat bis heute wenig Sinn für dieses Projekt, das viel Geld und jede freie Minute ihres Mannes in Anspruch nimmt. Pilipenkos Töchter wurden mit Werkzeug in der Hand groß. Sogar der KGB hatte ihn auf dem Kieker, er wurde der geplanten Republikflucht verdächtigt. Andererseits war besonders die Breschnew-Ära eine gute Zeit für ihn. Im Wohlstand dieser Epoche gab es Technikschrott an jeder Ecke. Seit der Perestroika bekommt er keinen rostigen Nagel mehr umsonst. Heute hoffen die Dorfbewohner, von seiner Erfindung profitieren zu können. Er hat Jevgenivka ein bisschen bekannt gemacht, und der Bürgermeister träumt von einer Dorfverschönerung. Aber Pilipenko sieht das Boot ganz anders, es ist sein „Ding für die Seele“ – in der Art, wie andere im Park spazieren gehen. Als er eine Zeit lang nicht daran arbeitete, erkrankte er. Danach war er seiner Seele wieder hörig.


Der Film zeigt die Kraft eines Lebenstraumes, der sich gegen alle Widrigkeiten der Zeitgeschichte durchsetzt. In einem Land, das sich im ständigen Wandel befindet und in dem jetzt, nach der Revolution „in Orange“ wieder alles möglich scheint. Wir lernen Pilipenko als Träumer und einfallsreichen, ja geradezu genialen Techniker in der nüchternen Realität des Dorflebens kennen, um ihn schließlich zu neuen, ungewissen Ufern aufbrechen zu sehen.

Pressestimmen

A quietly determined rural Russian realizes an unlikely dream in Jan Hinrik Drevs and Rene Harder's warm, wry docu "Mr. Pilipenko and His Submarine." Fests are sure to track this unassuming gem on sonar, followed by smooth sailing to tube sales and ancillary drydock. Helmers Drevs and Harder have harnessed direct simplicity in the telling of a modestly inspired story. If some scenes appear staged, or at least blocked, this doesn't detract from the thrill of finding, in Pilipenko, an unassuming, can-do diamond in the rough.
Eddie Cockrell, Variety

Es ist der unverstellte Blickwinkel, der diesen Film auszeichnet und Einblick in eine osteuropäische Alltagskultur gibt. Hinter der Darstellung des mühsamen und dennoch ungemein fröhlichen Landlebens verbirgt sich ein kluge Botschaft: Jeder ist selbst verantwortlich für sein Glück. Das weiß niemand besser als Herr Pilipenko. (Vier von fünf Sternen).
Katharina Putzer, Hamburger Abendblatt

Wladimir Pilipenko glaubt nicht an das Unmögliche, sondern an seinen Traum - vom eigenen U-Boot. Pilipenko ist übrigens so eine Art Otto Lilienthal der ukrainischen Steppe. Und sein Ruhm steht kurz bevor - so denn der Dokumentarfilm "Herr Pilipenko und sein U-Boot" weiter so gut ankommt wie bisher.
Imke Staats, taz

It is beautifully shot, perfectly paced and has a magical feel throughout. This film will make you laugh out loud and the genuine love will bring a tear to your eye, a pleasure. (Fünf von fünf Sternen)
Chris Cooper, The National Student Magazin (Großbritannien)

Don Quijote lebt in der Ukraine (...). Im Film, der sich mit aller Ruhe auf seine Hauptfigur konzentriert, geht es um die Vollendung des Traums (...). Bei diesem epischen Unterfangen helfen Pilipenko seine Hartnäckigkeit, sein nie versiegender Einfallsreichtum, ein ausrangierter Kolchoselaster und sein guter Freund Sergej Semjonowitsch Honcharov, der den schüchternen und treuen Sancho Pansa gibt. Ob es gelingt? Werden die Dichtungen halten? Irgendwann hört man auf, sich über Herrn Pilipenko, diesen unbeirrbaren Ritter von der fröhlichen Gestalt, Sorgen zu machen.
Volker Hummel, Szene Hamburg

Witzig, rührend - wunderschön! (Fünf von fünf Sternen)
Nicole Röndigs, Hamburger Morgenpost

Angenehmer Weise kommt der Film komplett ohne einen jener allwissenden Kommentare aus, auf die Fernsehdokumentationen kaum noch verzichten können. Stattdessen sorgt eine vom Akkordeon geprägte Musik für viel Atmosphäre. Deshalb glaubt man Herrn Pilipenko sofort, wenn ihm die Erfüllung seines Traumes auch ein bisschen Sorgen macht: "Meine Seele wird zerspringen!". Am Ende ist dann alles viel unspektakulärer als erwartet, aber das kennt man ja aus Road-Movies: Der Weg ist das Ziel. Das gilt derzeit auch für Drevs und Harder und ihren Film, der aus unerfindlichen Gründen keinen Verleih gefunden hat.
Tilmann P. Gangloff, Südkurier

 

Buch und Regie: Jan Hinrik Drevs, René Harder
Kamera: Florian Melzer
Ton: Torsten Silbermann
Schnitt: Renate Ober
Unterwasserkamer: Marco von der Schulenburg, Christian Kopia
Musik: Hinrich Dageför, Frank Wulff, Stefan Wulff, Henning Stoll
Bildbearbeitung: Andreas Teichert
Mischung: Pierre Brand
Übersetzung: Alisa Karabut
Produzenten: Jens Fintelmann, Thomas Seekamp
Produktionsleitung: Wolfgang Kramer (NDR), Hubert Marady
Redaktion: Sylvia Nagel
Leitung: Ulrike Dotzer
90 Min. ARTE/NDR

Weitere Produktionen

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